Überschreitung des Hohen Dachstein (2995 m)
Vom 15.0.2007 – 17.07.2007 machten wir, Gabi, Toni, Harry, Reinhard & ich, das bisherige Tourenhighlight des Jahres. Wir stiegen am Montag ins Dachsteingebiet auf, und wanderten über den Hohen Gjaidstein zur Simonyhütte. Am nächsten Tag ging es dann über den Gletscher zum höchsten Oberösterreicher, dem Hohen Dachstein, welchen wir von Ost nach West überschritten. Hier alle Fotos
von der Traumtour
Tag 1:

Am 15.07.2007 stiegen Reinhard & ich, nachdem wir vorher eine Kurztour in den Niederen Tauern gegangen sind, am späten Nachmittag bei gleißender Hitze zur Dachstein Südwandhütte auf. Dort genossen wir den angebrochenen Abend bei einem super Panorama mit nahezu perfekter Fernsicht.
Nach einiger Zeit kamen dann auch Gabi & Toni sowie Harry mit dem Seil nach. Am Abend verschafften wir uns dann noch einen Überblick über die kommende Tour. Der Abend klang noch recht gemütlich in der fast leeren Südwandhütte aus. Mein Bett in der Südwandhütte war das Schlechteste was ich bisher in Hütten erlebt habe. Auf der Matratze müssen wohl schon tausende geschlafen haben
Tag 2:

Der zweite Tag begann so wieder der Erste endete – nämlich mit strahlendem Sonnenschein. Bereits um 6 Uhr riss es mich aufgrund der ungemütlichen Schlafsituation aus dem Bett. Nach einem flotten Frühstück startet die versammelte Mannschaft um 07:15 in Richtung Dachstein Plateau.
Der Aufstieg durch das Kar gestaltete sich recht angenehm da noch Schatten vorherrschte. Es ging steil, in Serpentinen, durch das Schuttkar. Oben wurde es dann interessanter, denn es begann der versicherte Hunerscharten Klettersteig. Teilweise recht steil und mit vielen Stiften ging es hoch zur Hunerscharte wo bereits die strahlende Sonne auf uns wartete. Eigentlich hatte ich einen etwas einfacheren Steig erwartet aber es gab auch so gsd kein Problem
Oben angekommen querten wir dann die Schipiste und machten bei der Bergrettungshütte eine ausgiebige Pause, bei der wir erste Blicke auf unseren Tourenhöhepunkt werfen konnten. Nach der Stärkung wanderten wir weiter über einen teilweise versicherten Steig auf den Hohen Gjaidstein. Ein recht beachtlicher “Geröllberg”. Oben legten wir eine einstündige Pause zum Relaxen & Schauen ein (es gab ja mehr als genug zu sehen
). Danach ging es dann weiter in Richtung Taubenkogel und dann durch das brütend heiße Gjaidkar, am Eissee vorbei zum Tagesstützpunkt Simonyhütte.
Die vielbesuchte Simonyhütte ist ein Stützpunkt “par Excellence”. Gut ausgestattet, freundliche Angestellte und gutes & reichliches Essen. Am Nachmittag lagen wir noch vor der Hütte und kundschafteten die nähere Umgebung aus. Der Abend wurde dann mit ein paar Zirbenschnaps schon recht bald beschlossen da wir allesamt doch recht müde waren und für das Tourenhighlight am dritten Tag gerüstet sein wollten.

Tag 3:
Der dritte Tag begann wie der Vortag wieder um 06:00 mit strahlendem Sonnenschein
Nach einem ausgiebigen Frühstück (Büffet) wanderten wir um 07:00 Uhr los. Es ging am Schöberl vorbei zum Anseilplatz am Gletscherende. Dort wurden Steigeisen angelegt und angeseilt.
Nun ging es eher rechts am Hallstädter Gletscher entlang in Richtung Hoher Dachstein. Nach etwa 3h erreichten wir schließlich den Einstieg in den Schultersteig bei der Seetaler Hütte. Dieser führt von Osten in Richtung Gipfel, weiter über das Mecklenburger Band führt er in den Randkluftsteig zum Gipfel. Von hier an war für mich etwas Nervenstärke gefragt da am Beginn ein Stück frei, ohne Sicherung, geklettert werden musste. Dies war jedoch gsd gar kein Problem. Von da an war es Genuss pur. Über leichten Fels und das Mecklenburger Band stiegen wir in den Randkluftsteig, auf welchem teilweise extremer “Verkehr” herrschte zum höchsten Punkt Oberösterreichs, den Hohen Dachstein, welchen ich um 11:40 erreichte
Oben war gsd schon wieder weniger los, da viele Seilschaften mittlerweile schon wieder abgestiegen sind. Nach einer längeren Genußpause und den obligatorischen Gipfelfotos ging es dann über den Westgrat Steig abwärts. Der Steig ist der einfachste Weg zum Gipfel und ist im Abstieg sehr angenehm zu gehen. Der Steig endet beim Gosaugletscher. Nun wurde noch einmal angeseilt und es ging in etwas flotterem Tempo, über den im aperen Zustand recht spaltigen Gletscher zur Steinerscharte.
Die Steinerscharte ist wiederrum ein versicherter und einfacher Steig. Hier merkte ich schon dass die Kräfte doch etwas nachließen. Ich bin die Kraxelei doch nicht gewöhnt. Nach erreichen der Scharte mussten wir auf der anderen Seite noch ein paar Meter ab klettern um schließlich am Hallstädter Gletscher wieder eine Seilschaft zu bilden. Um diese Zeit war die Sonne recht erbarmungslos. Trotzdem querten wir recht flott den Gletscher zur “Spaziergänger-Trasse”, wo wir uns sogleich von unserem Equipment befreiten und die letzten Ess- & Trinkreserven aufbrauchten. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, der gleißenden Hitze und der schwindenden Kräfte entschieden wir uns schließlich mit der Dachstein Seilbahn das Gebiet zu verlassen.
Fazit:
Die beste Tour in diesem Jahre, die wahrscheinlich schwer zu toppen sein wird. Es war ein wirklich klasse Wochenende mit einer Spitzengruppe. Die ausgeglichene Gruppe, das einmalige Tourenwetter sowie die optimal ausgedachte Route machten jeden Moment der Tour zum Genuss. Besonderer Dank gebührt an dieser Stelle Toni, dem Initiator & Führer der Tour sowie Harry dem emsigen Seilträger. Hoffe das wir in ähnlicher Konstellation bald wieder ein derartiges Erlebnis haben werden