Überschreitung des Großvenediger (3662 m)
Aufgrund Tonis Initiative unternahmen Gabi Reinhard, Toni & ich vom 25.07.2007 – 27.07.2007 erneut eine Hochtour. Diesmal ging es zu einer Rundtour in die Hohen Tauern (Venedigergruppe) mit der krönenden Besteigung des Großvenediger. Die Terminwahl war wieder einmal optimal
. Am Gipfeltag hatten wir Kaiserwetter! Ein wirklich tolles Erlebnis. Hier die Fotos
von der Tour.
Tag 1
Zeitig um 08:00 Uhr starteten Reinhard & ich in Wels und fuhren in ca. 3 h übers kleine deutsch Eck, durch den Felbertauerntunnel zum Parkplatz des Matreier Tauernhaus in der Nähe des Südportal des Tunnels. Am Parkplatz trafen wir dann Toni & Gabi und im Anschluss fuhren wir mit dem Taxi (um uns einen unnötigen Straßenhatscher zu ersparen) nach Innergschlöss zum Venedigerhaus.
Hier wanderten wir zunächst in den Talschluss um dann südlich, steil in Serpentinen, zur Alten Prager Hütte, wo wir eine erste längere Pause einlegten. Bereits hier hatte man erste fantastische Ausblicke auf die Gletscherwelt des Venediger-Gebiets und unser Tagesziel die Neue Prager Hütte. Zu dieser ging es noch einmal ein ordentliches Stück entlang des Gletschers hoch. Der Abend in der Hütte gestaltete sich recht kurzweilig. Gabi, Toni & Reinhard kraxelten noch auf den Inneren Kesselkopf hinter der Hütte und im Anschluss verweilten wir noch kurz in der Hütte und gegen 22:00 Uhr ging es, nach einer theoretischen Gletscherschulung durch Toni, zu Bett.
Tag 2
Tagwache 05:45 Uhr. Nach einem Frühstück in der Hütte starteten wir mit 5 anderen Seilschaften gegen 06:45 Uhr. Anfänglich ging es noch übers Geröll um schließlich zum Anseilplatz am Gletscher zu gelangen. Wir starteten gegen 08:00 Uhr weg. Vor uns gingen bereits 2 Seilschaften hoch und so konnten wir uns in etwa an deren Spur orientieren. Es ging zwar nicht wirklich steil bergwärts, jedoch war es trotzdem recht anstrengend. Während der gesamten Aufstiegszeit über das Schlattenkees waren wir aufgrund der Spalten-Situation sehr konzentriert.
Nach ca. 2 h erreichten wir schließlich den Kleinvenediger. Auf dem unscheinbaren Gipfel konnten wir die Massen am großen Bruder beobachten. Eine herunterkommende Seilschaft zählte zeitweise an die 100 Bergsteiger am Gipfel. Wir gingen zurück zur Großvenediger Spur und stiegen in recht gemächlichem Tempo über die letzten Hänge zum Firngrat zum Gipfel auf. Hier mussten wir noch kurz auf die entgegenkommenden Seilschaften warten um im Anschluss am Seil über den Schmalen Grat zum Gipfelkreuz des Großvenediger zu kommen. 3662 m über den Dingen
Oben hatten wir tolle Ausblicke in die Gebirge der Umgebung. Immer vor uns der Großglockner.
Nach einer ausgiebigen Rast und etlichen Fotos marschierten wir über den Grat zurück und stiegen in der Verlängerung in Richtung Süden ab. Im Vorbeigehen machten wir noch das Hohe Aderl bevor es wieder aufwärts in Richtung Rainerhorn ging. Ab hier verschlechterte sich aufgrund von Wolken die Sicht zunehmend. Am Rainerhorn entschieden wir uns schließlich nicht über die westliche “Normalspur” über das Innere Mulwitzkees zum Defregger Haus abzusteigen sondern über das Äußere Mulwitzkees, vorbei am Hohen Zaun.
Hier zweigten wir aufgrund der schlechten Sicht etwas zu bald in Richtung Süden ab und hatten zeitweise ein kleines Orientierungsproblem, welches wir aber aufgrund von GPS-Navigation & besser werdender Sicht lösten. Beim Mullwitzaderl legten wir Seil & Steigeisen ab und stiegen weglos übers Geröll, am Anseilplatz vorbei, zur Hütte ab. Dort speisten wir noch ausgiebig, streunten etwas um die Hütte und verweilten noch kurz in der Hütte. Aufgrund der Anstrengung des Tages ging es bereits um 22:00 Uhr wieder in die Federn.
Tag 3
Tagwache erneut um 05:45 Uhr. Leider war das Wetter an diesem Tag nicht so prächtig wie am Vortag aber es war ganz brauchbar. Nach dem Frühstück entschieden wir uns nicht über das Frosnitztörl zur Badener Hütte zu marschieren. Wir wählten anstatt noch die Kristallwand zu besteigen. Es ging also wieder rauf in Richtung Mullwitzer Aderl. Bereits etwas weiter unten am Gletscher seilten wir uns an und stiegen den Gletscher hoch um uns besser orientieren zu können. Es ging direkt östlich auf die Kristallwand übers Gletscherplateau. Wieder waren wir alle sehr konzentriert und am gespannten Seil. Immer wieder mussten kleinere Spalten übersprungen werden.
Nach ca. 2 h standen wir bei bewölktem Himmel am Gipfel der Kristallwand. Eigentlich wollten wir über den Grat absteigen aber dieser sah recht brüchig aus und zudem wussten wir nicht ob dieser versichert war und so stiegen wir wieder übers Geröll zum Gletscher ab wo wir uns nochmal anseilten. Es ging steil über das Frosnitzkees, westlich, um die Kristallwand herum zum, wie wir nun sahen, versicherten Gratabstieg. Von hier aus sah der Grat natürlich viel leichter aus aber es war die richtige Entscheidung die Gletscher Variante zu wählen. Hier endeten die Gletscher-Passagen der Tour. Wir legten unser Equipment ab und machten eine längere Pause. Im Anschluss ging es über Moränen-Gelände zu Badener Hütte.
Bei der Hütte entschieden wir uns für die Variante über das Löbbentörl zurück zum Venedigerhaus zu gehen. Noch einmal marschierten wir lange taleinwärts in beeindruckender Landschaft in Richtung Löbbentörl. Zum Törl war noch ein kurzer Anstieg zu bewältigen und um 12:20 Uhr kamen wir oben an. Das Wetter verschlechterte sich vor allem auf der Südwestlichen Seite des Törls zunehmend. Glücklicherweise mussten wir in den sonnigen Norden
Flotten Fußes stiegen wir, nach einer längeren Fotografier- & Jausen Pause, auf der anderen Seite in Richtung Unterer Keesboden ab. Der Weg war hier in sehr gutem Zustand und so kamen wir recht flott voran.
Im unteren Teil wanderten wir dann am “Gletscherweg Innergschlöss”, vorbei am imposanten Gletscherbach Wasserfällen zum Ausgangspunkt Venedigerhaus, welches wir um 15:00 Uhr bei strahlenden Sonnenschein erreichten. Nach einer flüssigen Stärkung ging es mit dem Taxi zum Parkplatz beim Matreier Tauernhaus.
Fazit, wieder eine sehr imposante Tour, die wir Dank Tonis Initiative & seiner Führung genießen durften. Ohne ihn wäre ich wohl heuer nicht mehr in den Genuss einer solch einmaligen Tour gekommen, die wohl noch lange in unseren Köpfen verankert bleiben wird
Am 8. August 2007 um 20:48 Uhr
Gratulation zur schönen Tour und den tollen Bildern. Wir waren wenige Tage vor euch auf der Kürsingerhütte und wollten den Großvenediger besteigen, leider ist ein kleiner “Ausrutscher” dazwischengekommen.
Eure Tourenroute ist aber interessant, im nächsten Versuch werden wir wohl auch diesen Weg einschlagen…
Liebe Grüsse,
Harald / http://www.gipfelsieg.com