Schihochtourenkurs – Franz-Senn-Hütte

CIMG6310 Übung Seilrolle In Richtung Alpeinerferner Vom 14.03 – 18.03 war ich mit dem Alpenverein Schwanenstadt auf Schihochtourenkurs am Alpin Stützpunkt Franz-Senn-Hütte im Stubaital. Es waren ein paar wirklich gelungene Tage bei denen sowohl Schitouren durchgeführt als auch die wichtigsten Techniken bei Gletscherbegehungen/-bergungen gelehrt wurden. Die Fotos vom Kurs gibt es hierLink-Image und Details gibt es im Bericht.

Am Freitag, 14.03. starteten wir zu Mittag mit dem AV Bus in Schwanenstadt. Zu 12 machten wir uns auf den Weg nach Seduck im Stubaital. Gegen 16:45 Uhr starteten wir dort, mit all dem Gepäck für die nächsten Tage, in Richtung Hütte. Anfangs ging es noch recht flach, auf der Forststraße nach Oberriss. Dann stiegen wir entlang des Sommerweges und der Materialseilbahn zur Franz-Senn-Hütte auf, welche wir schließlich bei leichter Dunkelheit um 19:00 Uhr erreichten. Entsprechend hungrig von der Reise und vom Aufstieg wurden wir in der Hütte bestens versorgt – kulinarisch kommt dort keiner zu kurz.

panorama3

Da für den 15.03. schönes Wetter angesagt war wurde dann am Samstag eine Schitour durchgeführt. Bei Prachtwetter, das nicht schöner hätte sein können, marschierten wir durch das noch schattige Tal in Richtung Alpeinerferner. Rund um uns lauter zackige Grate. Nach dem langen Zustieg ging es dann auf die scheinbar sanften Gletscher. Unser Ziel war das 3392 m hohe Schrandele. Schon vom weitem konnte ich sehen dass dieses Ziel für mich wohl nix sein wird und auch aus der Nähe war mir dass dann im wahrsten Sinne des Wortes zu steil. Eine 5er Gruppe ging zur Besteigung über, während wir bei recht gutem Schnee die ersten waren die an diesem Tag die Spuren in den Schnee ziehen durften.

Bei der Hütte gab es dann verdienterweise ein paar kühlende Getränke auf der Terrasse. Zum Abendessen war dann bei eingesetzter Dämmerung auch die 5er Gruppe zurück. Für die ca. 200 hm hatten sie ca. 3 Stunden gebraucht – es hat ihnen aber sichtlich auch allen getaugt, wobei sie doch auch recht müde waren.

Franz-Senn-Hütte

Bei der Orientierung CIMG6238 Der Sonntag war wettermäßig wechselhaft. Gute Bedingungen für den Stationsbetrieb. Am Vorabend noch in der Theorie durchgenommen wurden dann am Tag die verschiedenen Techniken wie Abseilen, Prusiken, Münchhausen und Seilrolle von jedem selbst mal durchgeführt. Eigentlich gar nicht so schwierig doch man muss doch auch erst mal Vertrauen mit dem Material gewinnen (vor allem beim Abseilen ;-) ). Hoffentlich vergesse ich die ganzen Knoten und die Seiltechniken nicht allzu schnell und hoffentlich werd ich die Berge-Techniken nie brauchen.

Beim Abseilen

CIMG6320 Münchhausen Am Montag war dann noch mal eine Schitour angesagt. Das Wetter war eher mäßig die Sicht nur begrenzt doch im Tagesverlauf wurde es etwas besser. Unser Ziel für den Tag sollte die Innere Sommerwand sein. Da aber dort sehr reger Betrieb herrschte entschied sich unser Führer Christian für einen Aufstieg durch eine Scharte zum “Kuhgschwez”. Anfangs noch recht einfach mit Spitzkehren war die Rinne doch eher unangenehm – wenig Schnee und recht loses Gelände.

Peter und Christian kletterten vorsichtig, seilfrei nach oben und legten uns ein Seil, welches wir dann zur Sicherung hatten. Ohne Seil wär da bei mir keine so richtige Freude aufgekommen. Oben waren dann sehr eingewehte Hänge und wir entschieden uns gegen einen weiteren Aufstieg und für die Abfahrt. Teilweise recht guter Schnee mit dem ich diesmal so gar nix anfangen konnte. Ein paar mal küsste ich unfreiwilligerweise den Schnee und mit jedem Sturz schwanden meine Kräfte. Ganz unten war dann noch ein recht zugewachsener Graben, der mir jedoch recht wenig Probleme bereitete.

CIMG6345

CIMG6353 CIMG6326 Nach der Abfahrt und einer längeren Pause mussten wir dann wieder zur Franz Senn Hütte aufsteigen. In gemächlichem Tempo ging es hoch. Die verdiente Pause oben wurde dann noch hinaus gezögert, denn wir sind ja noch nicht “mit Seil abgefahren”. Drum noch mal rauf in Richtung Sommerwand und dann angeseilt in weiten Bogen runter zur Hütte. Vor dieser Geschichte hatte ich doch schon ein wenig Horror, da ich ja schon ziemlich müde war und ich ja zudem eher ein nicht so guter Schifahrer bin. Erfreulicherweise war es dann für mich gar nicht so tragisch und es hat ganz gut funktioniert, wobei ich am Schluss teilweises als Lift missbraucht wurde :-)

CIMG6344

CIMG6358 CIMG6352 Der letzte Tag war dann nur mehr durch das Frühstück und die Heimreise geprägt, da das Wetter wirklich schlecht war. Dichter Nebel und leichter Schneefall bedingten eine recht schwierige Orientierung. Wir fuhren über den Aufstiegsweg zum Parkplatz ab und rauschten heim. Den kulinarischen Ausklang fand die Tour dann im Wimberghof.

panorama2

Fazit – eine wirklich interessante & lehrreiche Veranstaltung. Die ganze Geschichte war doch um einen Batzen alpiner als die bisherigen Touren. Und auch wenn mein Gefühl manchmal ein bisschen mulmig war, so war es doch im Nachhinein klasse. Besonders wichtig war es für mich die Berge- & Seiltechniken zu erlernen, damit ich im Zweifelsfall auch entsprechend richtig handeln kann. Die Franz-Senn-Hütte ist für derartige Veranstaltungen ein optimaler Stützpunkt, zudem hat sie kulinarisch und auch vom Komfort (Warmwasser-Dusche) einiges auf Lager. Mal schauen – vielleicht fahre ich nächstes Jahr wieder mit auf den Schihochtourenkurs des Alpenverein Schwanenstadt.

Eine Reaktion zu “Schihochtourenkurs – Franz-Senn-Hütte”

  1. Isolde Manfred

    Lieber Berni!

    Du hast Spitzenbilder gemacht! Deine Webseite ist ja professionell.
    Grüsse Manfred und Isolde

Einen Kommentar schreiben